Cluster C: Sicherheit & Brandschutz

Gas Emissions from Li-Ion Thermal Runaway — Expertenbewertung von EN-Gutachter

📚 University of Sheffield / Journal of Energy Storage📅 2024🌎 Cluster C
Review zu Gasemissionen bei Thermal Runaway. NMC-Zellen erzeugen größere Gasvolumina; LFP zeigt höhere Toxizität. Referenzwerk für Gefährdungsbeurteilungen.
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Fachliche Einordnung

Definition

Quantifizierung der Gasfreisetzung bei Thermal Runaway von Lithium-Ionen-Zellen: Identifikation, Mengenbestimmung und Toxizitätsbewertung freigesetzter Gase (HF, CO, H₂, CH₄, C₂H₄, Elektrolytdämpfe). Grundlage für Evakuierungsplanung und Schutzabstände.

Technischer Hintergrund

Bei Thermal Runaway werden 0,5–1,5 Liter Gas pro Ah Zellkapazität freigesetzt. Kritische Gase: Fluorwasserstoff (HF) — hochgiftig, ab 30 ppm lebensgefährlich. CO — tödlich ab 3.000 ppm. H₂ — explosionsfähig ab 4 Vol%. Gasfreisetzung abhängig von: Zellchemie (NMC > NCA > LFP), SOC (höher = mehr Gas), Zellgröße und Alterungszustand.

Risiken

Akute Gesundheitsgefährdung für Einsatzkräfte und Anwohner durch HF. Explosionsgefahr durch H₂-Akkumulation in geschlossenen Räumen. Umweltkontamination durch Elektrolytdämpfe. Unzureichende Schutzausrüstung bei vielen Feuerwehren.

Normen & Regelwerke

AGBF-Richtlinie (Feuerwehr-Empfehlung), TRGS 900 (Arbeitsplatzgrenzwerte), TA Luft (Immissionsschutz), GHS/CLP-Verordnung (Gefahrstoffkennzeichnung), BImSchG § 5 (Betreiberpflichten), DIN EN 50632 (Gas Detection).

Prüfverfahren

Gas-Chromatographie / Massenspektrometrie (GC-MS). FTIR-Spektroskopie. Echtzeit-Gasanalyse mit NDIR/Elektrochemischen Sensoren. Kalorimetrie (DSC, ARC). Brandkammer-Tests mit kontrollierter Ventilation. HF-spezifische Ionenchromatographie.

Typische Mängel

Laborergebnisse unterschätzen reale Gaskonzentrationen in geschlossenen Containern. Gasfreisetzungsmodelle für gealterte Zellen unzureichend validiert. HF-Messung im Brandfall technisch schwierig. Fehlende standardisierte Emissionsfaktoren für Schutzabstandsberechnung.

Relevanz für Investoren, Versicherer & Betreiber

Investoren: Genehmigungsfähigkeit in besiedelten Gebieten abhängig von Emissionsprognose. Versicherer: Haftpflichtrisiko bei Personenschäden durch Gasfreisetzung. Betreiber: Dimensionierung von Lüftung, Gasdetektion und Evakuierungszonen.

Bewertung durch EN-Gutachter

Die Universität Sheffield quantifiziert Gasfreisetzung bei Thermal Runaway. Identifikation toxischer Gase (HF, CO, H₂) ist für Brandschutzplanung und Evakuierungskonzepte essentiell.

Auswirkungen auf Investoren

Beeinflusst Standortplanung und Genehmigungsfähigkeit: Gasfreisetzungs-Szenarien bestimmen erforderliche Schutzabstände. Relevanz für Versicherungsbedingungen.

Auswirkungen auf Gutachten

Direkt relevant für Brandschutzgutachten: EN-Gutachter quantifiziert erwartete Gasfreisetzung bei Worst-Case-Szenarien und bewertet Evakuierungszonen und Lüftungskonzepte.

Technische Risiken

Toxische Gase (insbesondere HF) stellen erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Freigesetzte Mengen hängen von Zellchemie und Ladezustand ab — LFP setzt weniger toxische Gase frei als NMC.

Regulatorische Bedeutung

Beeinflusst Schutzabstände in AGBF-Richtlinie und Genehmigungsverfahren. Wissenschaftliche Grundlage für BImSchG-relevante Emissionsprognose.

Fazit von EN-Gutachter

EN-Gutachter betrachtet Gasfreisetzung als kritisch für Genehmigungsfähigkeit in besiedelten Gebieten. LFP-Chemie ist hier klar im Vorteil gegenüber NMC.

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Letzte Aktualisierung: 20. Mai 2026