Quantifizierung der Gasfreisetzung bei Thermal Runaway von Lithium-Ionen-Zellen: Identifikation, Mengenbestimmung und Toxizitätsbewertung freigesetzter Gase (HF, CO, H₂, CH₄, C₂H₄, Elektrolytdämpfe). Grundlage für Evakuierungsplanung und Schutzabstände.
Bei Thermal Runaway werden 0,5–1,5 Liter Gas pro Ah Zellkapazität freigesetzt. Kritische Gase: Fluorwasserstoff (HF) — hochgiftig, ab 30 ppm lebensgefährlich. CO — tödlich ab 3.000 ppm. H₂ — explosionsfähig ab 4 Vol%. Gasfreisetzung abhängig von: Zellchemie (NMC > NCA > LFP), SOC (höher = mehr Gas), Zellgröße und Alterungszustand.
Akute Gesundheitsgefährdung für Einsatzkräfte und Anwohner durch HF. Explosionsgefahr durch H₂-Akkumulation in geschlossenen Räumen. Umweltkontamination durch Elektrolytdämpfe. Unzureichende Schutzausrüstung bei vielen Feuerwehren.
AGBF-Richtlinie (Feuerwehr-Empfehlung), TRGS 900 (Arbeitsplatzgrenzwerte), TA Luft (Immissionsschutz), GHS/CLP-Verordnung (Gefahrstoffkennzeichnung), BImSchG § 5 (Betreiberpflichten), DIN EN 50632 (Gas Detection).
Gas-Chromatographie / Massenspektrometrie (GC-MS). FTIR-Spektroskopie. Echtzeit-Gasanalyse mit NDIR/Elektrochemischen Sensoren. Kalorimetrie (DSC, ARC). Brandkammer-Tests mit kontrollierter Ventilation. HF-spezifische Ionenchromatographie.
Laborergebnisse unterschätzen reale Gaskonzentrationen in geschlossenen Containern. Gasfreisetzungsmodelle für gealterte Zellen unzureichend validiert. HF-Messung im Brandfall technisch schwierig. Fehlende standardisierte Emissionsfaktoren für Schutzabstandsberechnung.
Investoren: Genehmigungsfähigkeit in besiedelten Gebieten abhängig von Emissionsprognose. Versicherer: Haftpflichtrisiko bei Personenschäden durch Gasfreisetzung. Betreiber: Dimensionierung von Lüftung, Gasdetektion und Evakuierungszonen.
Die Universität Sheffield quantifiziert Gasfreisetzung bei Thermal Runaway. Identifikation toxischer Gase (HF, CO, H₂) ist für Brandschutzplanung und Evakuierungskonzepte essentiell.
Beeinflusst Standortplanung und Genehmigungsfähigkeit: Gasfreisetzungs-Szenarien bestimmen erforderliche Schutzabstände. Relevanz für Versicherungsbedingungen.
Direkt relevant für Brandschutzgutachten: EN-Gutachter quantifiziert erwartete Gasfreisetzung bei Worst-Case-Szenarien und bewertet Evakuierungszonen und Lüftungskonzepte.
Toxische Gase (insbesondere HF) stellen erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Freigesetzte Mengen hängen von Zellchemie und Ladezustand ab — LFP setzt weniger toxische Gase frei als NMC.
Beeinflusst Schutzabstände in AGBF-Richtlinie und Genehmigungsverfahren. Wissenschaftliche Grundlage für BImSchG-relevante Emissionsprognose.
EN-Gutachter betrachtet Gasfreisetzung als kritisch für Genehmigungsfähigkeit in besiedelten Gebieten. LFP-Chemie ist hier klar im Vorteil gegenüber NMC.
Letzte Aktualisierung: 20. Mai 2026