DC-Lichtbögen entstehen an losen Steckverbindungen, beschädigten Kabeln, korrodierten Kontakten oder gebrochenen Zellverbindern innerhalb von Solarmodulen. Mit Temperaturen über 3.000°C sind sie eine der häufigsten Brandursachen bei Photovoltaikanlagen.
Im Gegensatz zu AC-Lichtbögen erlöschen DC-Lichtbögen nicht beim Nulldurchgang der Spannung. Ein einmal gezündeter DC-Lichtbogen kann stundenlang brennen, solange ausreichend Solarstrahlung vorhanden ist. Die DC-Seite einer PV-Anlage kann tagsüber nicht stromlos geschaltet werden.
Arc-Fault Circuit Interrupter (AFCI) nach UL 1699B erkennen das charakteristische Hochfrequenzspektrum eines Lichtbogens und trennen den Stromkreis. Seit 2018 sind AFCI in den USA für PV-Anlagen vorgeschrieben, in Deutschland empfohlen. EN-Gutachter bewertet bei Brandursachenermittlungen systematisch alle potenziellen Lichtbogenquellen.
AFCI sind in Deutschland derzeit nicht gesetzlich vorgeschrieben, werden aber von der VdS (Schadenverhütung der Versicherer) und in der DIN VDE 0100-712 empfohlen. Bei Versicherungsschäden durch Lichtbogenbrände wird das Fehlen von AFCI zunehmend als Obliegenheitsverletzung diskutiert.
DC-Lichtbogen: 127.000 € Brandschaden an 180-kWp-Dachanlage
Realer anonymisierter Untersuchungsfall mit Messwerten, Zeitablauf und wirtschaftlicher Bewertung.